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F E R N G E L E G E N - Alice

 

Ferngelegen 03.


“Hallo?!”
Ein Rauschen. Nur Rauschen!
Nicht mehr.
Alice Mhembere starrt auf das Display, sieht die Nummer.
Ein Lebenszeichen!
Sie wartet.
Versucht erst gar nicht, zurückzurufen.
Airtime ist teuer.
Alles ist teuer in ihrem Land, Simbabwe.
Vieles unbezahlbar.
Für Alice!
In Mabvuku, dem Township östlich von Harare, in dem sie versucht, zu überleben.
Noch dringt ausreichend Sonnenlicht durch die fadenscheinige Gardine in das kahle Zimmer. Die Fensterscheiben blind.
Eine Glühbirne hängt nutzlos von der Decke.
Den Strom hat man längst abgedreht.
Auf dem nackten Zementboden steht ein Gaskocher. Das genügt für heisses Wasser, für einen Tee oder die Suppe, die sie manchmal aus Gemüse kocht, wenn sie es sich leisten kann. Wasser holt sie draussen auf dem Flur. Dort ist auch die Toilette.
Das Handy legt sie nicht aus der Hand. Von Zeit zu Zeit schaut Alice auf das nichtssagende Display. Mit angewinkelten Beinen hockt sie auf einem dieser Plastikstühle, die sich wie eine Seuche über die Kontinente verbreitet haben. Weitere Möbel hat sie nicht. Ihre Kleidung verwahrt sie in einer Reisetasche. Das Wenige, das sie hatte, hat sie im Laufe der letzten Wochen getauscht.
Um zu Überleben. Nichts, als eine durchgelegene Matratze ist ihr geblieben, auf der ihre Kinder eng beieinander liegen und träumen. Schön warm unter der Decke, denkt sie. Wenigstens das. Die Kinder ahnen nichts von der Reise.

 


24.12.14 15:32
 



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